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Das Kleben von Schlauchreifen
von Oliver Corpus, cx-racing.com
Das richtige Aufkleben von Schlauchreifen ist immer wieder ein Thema. Hier soll kurz erklärt werden, wie Oliver Corpus es macht, damit die Reifen gut laufen und vor auch dort bleiben, wo sie hin gehören - AUF der Felge.
Im ersten Schritt wird der Reifen etwas aufgepumpt damit er rund vor einem liegt und das Nahtschutzband gut zu erreichen ist. Dieses wird komplett mit Reifenkleber bestrichen. Schnell und einfach geht dies mit einem Finger, wenn man sich mit Latex-, Nitril- oder Gummihandschuhen vor den Lösemitteln des Klebers schützt. Auch eine Zahnbürste oder ähnliches zum Auftragen des Klebers kann hilfreich sein. Anschliessend wird der Reifen zur Seite gelegt um den Klebstoff anziehen zu lassen.
Im zweiten Schritt wird die Felge mit Verdünnung oder Aceton gereinigt. Wenn gebrauchte Felgen verwendet werden, wird der alte Kleber wieder etwas flüssig, was dann als guter Haftgrund dient. Neue Felgen sollte man mit feinem Schmirgelpapier etwas anrauen und dann mit Verdünner reinigen, bevor man die erste Schicht Kleber aufbringt. In der Regel werden bei gebrauchten Felgen zwei Lagen Kleber aufgetragen, die man jeweils ca.15 Minuten antrocknen lässt. Das ist ungefähr die Zeit, die man sowieso benötigt. um ein weiteres Laufrad zu bearbeiten. Bei neuen Laufrädern sollte man diese Prozedur drei- bis viermal durchführen, damit die Reifen richtig halten.
Die letzte Schicht Kleber lässt man nur rund fünf Minuten antrocknen um dann den Reifen quasi "naß" auf das Laufrad zu bringen. Hier empfiehlt es sich unbedingt, Gummi-, Latex- oder Nitrilhandschuhe zu tragen, da Kleber an den Fingern und Händen doch stört und außerdem einige Zeit sehr unschicklich aussieht. Ist der Reifen auf der Felge wird er mit ca. 2 bar aufgepumpt und ausgerichtet. Möglichst so, dass er wirklich gerade läuft, was bei Cyclocross-Reifen nicht immer ganz 100% zu machen ist. Ist der Reifen gerade auf der Felge, wird er auf 3 bar aufgepumpt und in einem warmen trockenen Raum für 24 Stunden getrocknet. Nach dieser Zeit sollte der Reifen bombenfest auf der Felge verbleiben.
Kleiner Tip noch zum Ausrichten, wenn es nicht von Hand geht. Man spanne die Räder ins Rad und fahre ein paar hundert Meter die Straße hoch und runter und kippe das Rad dann immer jeweils, für 50-60m, zu einer Seite und lasse das Rad rollen. Der Luftdruck sollte bei knapp 3 bar liegen. So zentriert sich der Reifen in der Regel einwandfrei selbst
Falls Kleberreste unter dem Reifen hervorquillen, sollte man diese vorsichtig, gegebenenfalls mit Reiniger oder Verdünnung, wegwischen. Getrockneter Kleber auf den Felgenflanken verursacht übelstes Quitschen und lässt die Bremsen ruckartig blockieren! Es ist allerdings besser, dass Kleber zur Seite herausquillt und abgewischt werden muss, als das das gar nicht passiert. Quillt der Kleber, ist er nämlich meist gut im Felgenbett verteilt und klebt auch wirklich. Sieht man nichts vom Kleber, hält der Reifen auch in den allermeisten Fällen nicht auf der Felge. Zumindest bei dickeren Cyclocross Reifen ist das so.
Es empfiehlt sich außerdem, VOR der ganzen Prozedur, die Reifen auf alte Felgen aufzuziehen und mit 4-5 bar bzw. dem Maximaldruck aufgepumpt, einige Tage stehen zu lassen, damit sich der Reifen etwas vordehnt und das Aufkleben etwas leichter vonstatten und ohne große "Kleberschmiererei" vor sich geht.
Hält man sich an diese Klebeempfehlung, bleibt der Reifen sicher auf der Felge und springt auch in Kurven nicht ab. Vor allem, wenn mit niedrigen Drücken gefahren wird bzw. gefahren werden muß, sind fest aufgeklebte Reifen Grundvoraussetzung für gutes Fortkommen und unfallfreie Fahrt.
Viel Spaß und gutes Gelingen
Oliver Corpus
www.occp.de
Tipps und Tricks von Elmar Schrauth
www.crossladen.de
- Felgenklebebänder, auch die von Tufo, versagen bei Nässe.
- Komplette Felge mit Kitt versehen, nichts freilassen.
- Wenn noch alter Kitt auf der Felge ist
- ist die alte Schicht gleichmäßig auf der Felge, kann sie so belassen werden. Die Lösungsmittel sorgen dafür, dass sich die Schichten verbinden.
- wenn es Krater, Löcher oder andere Unregelmässigkeiten in der alten Schicht gibt, sollten diese vor dem Auftragen neuer Kleberschichten erst aufgefüllt werden
- auch wenn noch ein altes Bett vorhanden ist, sind in der Regel mindestens zwei neue Schichten nötig.
- wenn es ein schlechter Kleber ist, sollte der alte komplett entfernt werden
- lieber etwas mehr als etwas zu wenig Kitt nehmen.
- Teste unbedingt nach jeder Matschfahrt, ob es noch klebt.
- Einmal pro Monat: Luft raus, und versuchen die Reifen abzuheben. Die Sicherheit und die Wettkampfergebnisse hängen davon ab. Kleber die am Rennrad oft jahrelang ihren Dienst perfekt versehen, können am Crossrad versagen.
- Reifen leicht aufgepumpt auf Felgen lagern, damit sie in Form bleiben. Der perfekte Lagerort ist ein lichtfreier Raum mit ca. 15 Grad. Man kann sie auch abdecken um sie staub- und lichtfrei frei zu halten. Reifen mit Latexschläuchen müssen alle 15 Tage wieder aufgepumpt werden.
- Reifen nicht ohne Felge aufhängen. Sie verlieren ihre Form dabei.
- Keine Lösungsmittel zum Demontieren der Reifen verwenden, das Felgenband kann sich dadurch von dem Reifen lösen.
- Schlauchreifen lassen sich meist mit Latexmilch reparieren. 20-30 ml reichen. Da im Laufe der Zeit das Wasser aus dem Reifen diffundiert, hält sich die Gewichtszunahme des Reifens in Grenzen. Latexmilch lässt sich auch prophylaktisch in allen Schläuchen und Schlauchreifen einsetzen.
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